Seminarfachankündigung für das Gymnasium Soltau

Programm 2019  – Abitur 2021

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Liebe Schülerinnen und Schüler,

das Seminarfach erfordert in höherem Maße als der sonstige Unterricht in der Qualifikationsphase selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten. Im Mittelpunkt stehen das Erlernen wissenschaftlicher Denk- und Arbeitsweisen, die Einführung verschiedener Methoden und Arbeitsformen, die eigene Reflexion des Lernprozesses, die Arbeit im Team sowie die Erweiterung und Vertiefung der Kommunikationsfähigkeit. Der Ablauf des Seminarfaches stellt sich wie folgt dar:

 

1. Semester Anfertigen einer kleinen schriftlichen Hausarbeit als eigenständige, individuelle Leistung;
  Studienfahrt nach Berlin vom 13.01. – 17.01.2020
2. Semester Anfertigung und Präsentation der Facharbeit;
3. Semester Durchführung z.B. eines Projekts oder eines Experiments, in der Regel als Gruppenarbeit, mit schriftlicher Dokumentation und Präsentation.

Die von Ihnen durchzuführende Wahl sollte sich schwerpunktmäßig an den Inhalten der einzelnen Angebote orientieren, da Sie sich zeitweise sehr intensiv mit einem Thema auseinandersetzen werden, Interesse und Neugierde sind die besten Voraussetzungen für das Gelingen des Seminarfaches und insbesondere der Facharbeit. Von einer ausschließlich lehrerorientierten Wahl ist abzuraten.

Nicht abgegebene Wahlzettel können nicht berücksichtigt werden; in diesem Fall werden diese Schülerinnen und Schüler den verbliebenen Plätzen zugeteilt.

Für die nächsten zwei Schuljahre wünsche ich Ihnen viel Freude und gutes Gelingen.
Insa Lange – ter Hell

Seminarfach – Abiturjahrgang 2021  

Seminar Nr. 1

Thema: Megatrends – Lawinen in Zeitlupe
Kursleiterin: Insa Lange – ter Hell

Kursbeschreibung

Sogenannte Megatrends wie Urbanisierung, Neoökologie, Globalisierung, Individualisierung, Gender Shift, Sicherheit oder Mobilität sind Tiefenströmungen des Wandels, wirken auf die Menschen ein und betreffen – in unterschiedlicher Intensität – jeden Einzelnen von uns. Die Sorge um die Zukunft unseres Planeten, die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie, das Auseinanderdriften unserer Gesellschaft beschäftigen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In diesem Seminarfach möchte ich mich mit dem Kurs über die Subtrends, die sich aus den o.g. Megatrends ergeben, auseinandersetzen. Jede/r KursteilnehmerIn kann sich im Rahmen der Haus- und Facharbeit in ein Themenfeld einarbeiten, das sie/ihn in besonderer Weise beschäftigt und interessiert. Die inhaltliche Bandbreite ist dabei nahezu unerschöpflich; urban farming, low waste, smart city, autonomes Fahren, die Zukunft der Geschlechterrollen, Energiekrise, Cyberangriffe, Migration, künstliche Intelligenz u.s.w. Die Bedeutsamkeit jedes Themenfeldes für den Einzelnen, die Ursachenforschung, aber auch das Aufzeigen von Lösungsansätzen sind Bestandteile der schriftlichen Arbeiten und können regionale wie auch überregionale Bezüge herstellen.

Bis zum Erstellen der kleinen Hausarbeit kurz vor den Herbstferien wird der Kurs wissenschaftliche Arbeitstechniken erlernen anhand eines von mir vorgestellten Themas. Die Hausarbeit kann als Facharbeitsthema im 2. Semester vertieft oder verworfen werden. Das Programm der Berlin-Fahrt am Ende des 1. Halbjahres wird von den TeilnehmerInnen dieses Seminarfaches themenzentriert und in Gruppen selber gestaltet. Eine Präsentation der Facharbeiten findet nach den Osterferien statt.

Seminarfach – Abiturjahrgang 2021

Seminar Nr. 2

Thema: (naturwissenschaftliche) Experimente erklären uns Mord, Magie und Medizin
Kursleiter: D. von der Wroge

Kursbeschreibung:

„Auf kaum einem Gebiet war (und ist) der Mensch erfinderischer als in dem Bemühen, unliebsame Zeitgenossen zu beseitigen oder sich selbst durch Rausch und Trance in eine vermeintlich bessere Welt zu befördern. Und die Natur bietet ein breites Spektrum an tierischen und vor allem pflanzlichen Giften und Inhaltsstoffen, die sich trefflich für solche Zwecke eignen. Medizinische Anwendungen der gleichen Substanzen dagegen scheinen sich entweder zufällig – en passant – zu ergeben oder erst durch gezielten forschenden Rückblick in die Geschichte.“

[Mann, J.: Mord, Magie und Medizin. Aus dem Giftschrank der Natur. Aus dem Engl. übers. von Carmen Lang. Stuttgart: TRIAS – Thieme Hippokrates Enke, 1995]

Dieses Seminarfach bietet die Möglichkeit sich mit (natur-)wissenschaftlichen Themen zu befassen. Der Schwerpunkt soll dabei nicht allein auf giftige, heilende, oder berauschende Naturstoffe liegen, sondern kann und soll durch individuelle Schwerpunktsetzungen verschiedene Themen aus dem Bereich Mord, Magie und Medizin umfassen. Allen Themen gemein soll dabei die Erhebung von Daten zum Beispiel durch Experimente oder Umfragen sein.

Im ersten Halbjahr werden wir uns daher mir Methoden der Datenerhebung und den Grundlagen wissenschaftlicher Arbeiten beschäftigen. Die Methoden der Datenerhebung werden praktisch erprobt, was in der kleinen Hausarbeit mündet. Die Grundlagen wissenschaftlicher Arbeiten sollen in Form von Referaten ausgearbeitet werden.

Im zweiten Halbjahr wird die Facharbeit geschrieben. Diese umfasst dann die ausführliche Auswertung statistischer Daten. Dabei kann auf die kleine Hausarbeit zurückgegriffen werden und der bereits untersuchte Gegenstand bearbeitet werden. Unter Umständen ergeben sich bei der Fahrt nach Berlin auch neue (interessantere) Themen zum Beispiel beim Besuch des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité. Die Facharbeit wird im Anschluss durch ein Referat (Kolloquium genannt) verteidigt.

Das letzte Halbjahr widmet sich ganz der Projektarbeit. Hier haben die KursteilnehmerInnen die Möglichkeit, in Kleingruppen themenbezogene Projekte zu bearbeiten und einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Gestaltung des Seminarfachs hier zeigt sich offen für alternative themenbezogene Projekte!

Voraussetzungen:

Interesse und Neugier an naturwissenschaftlichen Phänomenen sollte vorhanden sein. Vorkenntnisse (außer dem Grundwissen aus Chemie, Biologie und Physik) sind nicht erforderlich. Wichtig ist die Bereitschaft zu experimentieren, was auch Fragebögen, Umfragen u.a. einschließt und dabei ggf. Kontakt auch zu fremden Menschen aufzunehmen.

Seminarfach – Abiturjahrgang 2021

Seminar Nr. 3

Thema: Widerstand und Kirchenkampf in der NS-Zeit bzw. DDR

Kursleiter: Marc Struckmann

Kursbeschreibung:

Im Kontext der Frage nach dem Widerstand in der NS-Zeit wird mit „Kirchenkampf“ kirchenhistorisch die Epoche der Auseinandersetzungen zwischen NS- Staat und evangelischen Kirchen in der Zeit von 1933 – 1945 bezeichnet. Es handelt sich bei diesem Kirchenkampf aber um eine vornehmlich innerkirchliche Auseinandersetzung zwischen nationalsozialistisch orientierten Kirchgliedern („Deutsche Christen“) und anderen, die die Geltung des Evangeliums gegen die Übergriffe des NS-Gedankengutes bewahren wollten (zusammengeschlossen in der “Bekennenden Kirche“). Die katholische Kirche hatte ihre Beziehungen zum NS-Staat frühzeitig mit einem Vertrag (Konkordat) geregelt. So hat es einen wirklich christlich motivierten Kampf gegen das NS-Regime im umfassenden Sinne kirchlicherseits weder im evangelischen noch im katholischen Bereich gegeben.
In neuerer Zeit setzen sich in Deutschland auch die Kirchen selbst kritisch mit ihrer Rolle in der NS-Zeit auseinander.

Für die Frage des Verhältnisses von Staat und Kirche in der DDR steckt die wissenschaftliche Aufarbeitung noch in den Anfängen, ist aber zur Zeit in vollem Gange. Ist hier auch von „Kirchenkampf „zu reden? Wo gab es Widerstand? Bei Interesse kann auch dieser Aspekt in den Fokus rücken.

Im Blick auf die Bearbeitungen können auch konkrete Beispiele des Kirchenkampfes in der Region „Lüneburger Heide“ (Gemeinden, kirchliche Werke, Personen) in den Blick genommen werden.

Es geht bei der Auseinandersetzung mit dem Widerstand/Kirchenkampf letztlich um die beispielhafte Beantwortung der Frage nach der Bedeutung des christlichen Glaubens für die (politische) Haltung von Kirchen und Gläubigen gegenüber dem Staat – durchaus auch im Kontext eigener Positionierung heute.

Darüber hinaus kann auch nicht-christlich motivierter Widerstand untersucht werden, vornehmlich auch der sogenannter „Stiller Helden“, deren Beitrag zum Widerstand gerade aufgearbeitet wird.

Zum Vorgehen:

Im ersten Halbjahr wird nach einer inhaltlichen Einführung über die Hausarbeit (1 Woche im November) ein erster eigener Zugang zum Thema gewonnen. Im Januar gibt es eine Exkursion nach Berlin, bei der wir uns an einigen Stationen konkret auf den Spuren des Widerstands in Berlin bewegen werden. Aus Hausarbeit und Exkursions-Erfahrungen entwickelt sich das Thema der Facharbeit (6 Wochen im Frühjahr) und deren Präsentation (u.a. auch an 1-2 Samstagen im April/Mai als Blockseminar!) im zweiten Halbjahr. Im dritten Halbjahr geht es in Kleingruppen um die Umsetzung in konkrete Projekte; inhaltlich in Anlehnung an die Facharbeitsthemen und die Erkundung in Berlin, mit dem Ziel der Präsentation in der Öffentlichkeit und/oder Schule.

Voraussetzungen:

neben der Bereitschaft zur Teilnahme an 1-2 Samstagen im April/Mai 2020 (Blockseminar: Präsentationen) keine

Seminarfach – Abiturjahrgang 2021

Seminar Nr. 4

Thema: Nutzen und Gefahren von Gebirgsregionen

Kursleiterin: Nadine Turowski

Kursbeschreibung:

Der Mensch hat seinen Lebensraum und die Natur seit jeher verändert und zu seinen Gunsten umgestaltet. Die Umwandlung von Naturlandschaften in Kulturlandschaften hat zwar für die Menschen einen großen Nutzen, steht aber meist nicht im Einklang mit der Natur und führt daher zu Gefahren. Dies wird besonders in Gebirgsregionen deutlich, die sowohl durch den Tourismus als auch durch den anthropogen verursachten Klimawandel starken Veränderungen ausgesetzt sind.

Das Seminarfach soll eine individuelle Auseinandersetzung mit dem Nutzen, aber vor allem auch mit den daraus resultierenden Folgen und Gefahren für Gebirgsregionen weltweit ermöglichen.

Im ersten Semester wollen wir uns daher zunächst mit der Entstehung von Gebirgen und deren naturgegebenen Veränderungen durch exogene und endogene Prozesse beschäftigen. Anhand dieser Themen werden wissenschaftliche Arbeitsweisen und die Literaturrecherche behandelt. Dies ist Grundvoraussetzung für die Anfertigung der wissenschaftlichen Facharbeit, die im zweiten Semester dann im Mittelpunkt steht. In der Arbeit soll es dann nach individueller Schwerpunktsetzung um die Auseinandersetzung von Nutzen und Gefahren von Gebirgsregionen gehen, auch in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimawandel. Die Wahl der Gebirgsregion und die Betrachtungsweise sind von den Teilnehmern frei wählbar, sollten aber einen problemorientierten Ansatz, einen Bezug zum Klimawandel sowie eventuellen Lösungsstrategien zur nachhaltigeren Nutzung beinhalten. Auch Experimente oder Umfragen können Teil der Facharbeit sein.

Die im dritten Semester anstehende Projektarbeit ermöglicht dann das in den vorangegangen Semestern Erarbeitete in Kleingruppen anzuwenden. Mögliche Lösungsstrategien können beispielsweise anhand von Modellen oder Experimenten analysieren, dargelegt und präsentiert werden.

Voraussetzungen:

In erster Linie sollte natürlich ein Interesse an geographischen Themenbereichen vorhanden sein. Zudem ist die Bereitschaft, konstant mitzuarbeiten und eigene Ideen und Themen einzubringen, Grundvoraussetzung. Sie sollten Spaß daran haben, eigenständig verschiedene Lösungsmodelle zu entwickeln und diese in geeigneter Art und Weise zu präsentieren. Im Rahmen der Erstellung der Facharbeit geht es natürlich auch darum, sich die entsprechenden Arbeitstechniken anzueignen und diese umzusetzen. Im Rahmen des Seminarfachs findet zudem die Skifahrt statt, deshalb sollte auch eine Begeisterung für Wintersportarten und kalte Regionen vorhanden sein 😉

Seminarfach – Abiturjahrgang 2021  

Seminar Nr. 5

Thema: Berlineine europäische Metropole in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Kursleiter: Volker Wrigge

Kursbeschreibung:

Das Seminarfach möchte die wechselvolle Geschichte der Stadt Berlin sowie deren Gegenwart und Zukunftsperspektiven in den Mittelpunkt der Arbeit stellen. Vorstellbar ist die Behandlung historischer, politischer, literarischer wie auch insgesamt gesellschafts- bzw. sozialwissenschaftlicher Themen.

Dabei sind individuelle Schwerpunktsetzungen der Kursmitglieder durchaus erwünscht. Jeder Teilnehmende kann sich in diesem Seminarfach einen eigenen Forschungsschwerpunkt für die Fach- und die Hausarbeit suchen.

Die im Kursverlauf anstehende Projektarbeit ermöglicht den Kursmitgliedern, in Kleingruppen zu arbeiten und aktuelle Bezüge zur Kursthematik mit Hilfe unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen herzustellen. Die Seminarexkursion nach Berlin im Januar 2020 soll dazu genutzt werden, vor Ort zu recherchieren und den anderen Kursteilnehmern vor Ort durch Kurzpräsentationen Einblicke in die jeweilige Thematik und den Arbeitsstand zu geben. Auch hier zeigt sich die Gestaltung des Seminarfaches offen für alternative themenbezogene Projekte.

Vorausgesetzt werden neben dem Interesse an themenbezogenen Zusammenhängen die Freude und die Bereitschaft am Lesen und Recherchieren. Von den Seminarteilnehmenden werden Übungen zur Einführung in wissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen (Wissenschaftspropädeutik) durchgeführt. Im Rahmen der Erstellung einer Facharbeit wird die selbstständige Informationsbeschaffung, -verarbeitung, -bewertung (z.B. Internet- und Bibliotheksrecherche) sowie eine eigenständige Ergebniserstellung und -präsentation erwartet (Kurzreferate, Protokolle und Präsentationen in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit).

 

WAHLBOGEN

 

Schüler/Schülerin (Vor- und Nachname): ________________________________________________________________

 

Nr. Titel / Lehrkraft

Erst-

wahl

Zweit-

wahl

Dritt-

wahl

1 Megatrends – Lawinen in Zeitlupe (LA)      
2 (naturwissenschaftliche) Experimente erklären uns Mord, Magie und Medizin (vW)      
3 Widerstand und Kirchenkampf in der NS-Zeit bzw. DDR (SM)      
4 Nutzen und Gefahren von Gebirgsregionen (TU)      
5 Berlin – eine europäische Metropole in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (WR)      

Wahlbogen bitte hier downloaden und  separat  ausdrucken und bis spätestens Freitag, den 16. August im Sekretariat abgeben!