Für die Jahrgänge 5-7 gibt es an unserer Schule auch die Möglichkeit der Streitschlichtung durch Schüler. Dafür haben wir einen eigenen Streitschlichtungsraum (A15a) und zurzeit 18 ausgebildete Streitschlichter.

Aktuell sind die folgenden Schüler als Streitschlichter ausgebildet:

Aylin AkBenedikt Hemme
Clara TomallaConny Pohl
Felix MorkFrederic Kitsch
Friedtjof OttoJohanna Naumann
Julia ErbesKira Schaffer
Laura MöllerLeonie Kühl
Leonie von der BrelieLilly Trappe
Maja BuhrMelanie Alber
Michelle SauerMirja Hellwinkel

 

 

 

 

Handreichung
Streitschlichtung am Gymnasium Soltau

 

Michael Brammer
Gymnasium Soltau
Stand: 12.08.2017

 

 

 

 

 

 

Was ist Streitschlichtung?

Unter Streitschlichtung – auch Mediation genannt – versteht man ein seit Jahren bekanntes und angewandtes Verfahren zur Konfliktlösung, bei dem unparteiische Dritte helfen, unter den Konfliktparteien zu vermitteln. Ziel von Streitschlichtung ist es nicht, Konflikte grundsätzlich zu verhindern, sondern den konstruktiven Umgang mit diesen zu fördern.

Ablauf der Streitschlichtung durch Schülerinnen und Schüler:

Speziell zu Streitschlichtern ausgebildete Schülerinnen und Schüler führen die Schlichtung bei Konflikten unter jüngeren Mitschülern durch. Die Schulmediatoren (SM und BM) koordinieren und unterstützten die Streitschlichter bei ihrer Arbeit. Zentral bei diesem Konzept ist das Schlichtungsgespräch, das durch die Streitschlichter moderiert wird. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Streitenden freiwillig auf das Gespräch einlassen, da ein erzwungener Schlichtungsversuch generell zum Scheitern verurteilt ist. Das Schlichtungsgespräch folgt einem festgelegten Ablauf, dessen Einhaltung durch die Streitschlichter gewährleistet werden soll. Deren Aufgabe ist es, als unparteiischer Dritte gemeinsam mit den Streitenden eine einvernehmliche Lösung zu finden, bei der sich keiner als Verlierer fühlt. Es ist nicht Aufgabe, einen Schiedsspruch oder ein Urteil zu fällen. Während des Gesprächs achtet die Streitschlichter auf zuvor gemeinsam festgelegte Gesprächsregeln (z. B. keine Beleidigungen und Beschimpfungen, ausreden lassen etc.) und sorgt damit für eine aggressionsfreie Atmosphäre, bei der emotionale Verletzungen unterbleiben. Gesprächstechniken – wie aktives Zuhören, Ich-Botschaften fördern – unterstützen die Konfliktparteien darin, ihre eigenen, dem Konflikt zugrundeliegenden und/oder mit ihm ihn Verbindung stehenden Gefühle, unbefriedigten Bedürfnisse, Wünsche und Interessen herauszuarbeiten und zu kommunizieren. Im weiteren Verlauf unterstützen die Streitschlichter bei der Erarbeitung einer gemeinsamen Lösung, wobei darauf zu achten ist, dass die getroffenen Vereinbarungen realistisch sind und auch wirklich durchgeführt werden können. Nach dem Festhalten der Lösungsvorschläge wird ein weiterer Gesprächstermin festgelegt, um zu überprüfen, inwieweit die vereinbarten Verabredungen eingehalten wurden.

 

 

Sechs Phasen des Schlichtungsgesprächs:

1. Phase: Den Rahmen setzen
Ausgangssituation: Die beiden Streitenden sind nicht in der Lage, angemessen über ihren
Konflikt miteinander zu sprechen.
• Begrüßung
• Regeln, Verfahren und Ziel der Mediation werden dargelegt.
• Die Rolle des Schlichters wird geklärt, Vertraulichkeit wird zugesichert und das Prinzip
der Allparteilichkeit erläutert.
• Das Einverständnis von Streitparteien bezüglich des Verfahrens und der Regeln wird
eingeholt.

2. Phase: Sichtweisen der Konfliktparteien darstellen – Sachthemen bestimmen
Die Kommunikation läuft zunächst ausschließlich über die Streitschlichter.
• Jede Konfliktpartei schildert den Konflikt aus ihrer Sicht.
• Streitschlichter fragen nach, fassen zusammen und formulieren, wenn nötig, um.

3. Phase: Konflikterhellung – Selbstklärung
Durch die Konflikterhellung soll schrittweise die direkte Kommunikation zwischen den Streitparteien hergestellt werden.
• Die Streitschlichter fragen nach und klären Hintergründe des Konflikts.
• Motive und Gefühle werden thematisiert

4. Phase: Konflikterhellung – Perspektivwechsel
Durch einen Perspektivwechsel soll Verständnis für die Gegenseite erzeugt werden.
• Die Streitenden spiegeln gegenseitig ihre Motive und Gefühle.
• Motive und Gefühle werden dadurch für die Gegenseite transparent.

5. Phase: Lösungen entwickeln
Die Konfliktparteien suchen gemeinsam mit den Streitschlichtern nach Lösungen.
• Brainstorming
• Lösungen werden mit Hilfe des Streitschlichter diskutiert und bewertet und müssen für beide Parteien akzeptabel sein.
• Lösungen müssen konkret, realistisch, durchführbar und überprüfbar sein.

6. Phase: Vereinbarung treffen
Beide Konfliktpartner sind mit den Vereinbarungen einverstanden und bereit, die Lösungsansätze umzusetzen.
• Die Lösungen werden genau formuliert.
• Die Vereinbarung wird durch die Streitschlichter vorgelesen.
• Beide Konfliktparteien unterschreiben den Vertrag.
• Es wird ein weiterer Termin vereinbart, an dem überprüft werden soll, ob die Vereinbarungen eingehalten wurden.

 

 

 

 

Vorteile Schüler-Streitschlichtung

1) Die Schüler übernehmen selbst Verantwortung für die gewaltfreie Lösung von Konflikten.
2) Die Schüler lernen von anderen Schülern, wie man Konflikte konstruktiv löst.
3) Die Streitschlichter bilden eine sozialkompetente Peer-Group.
4) Die Streitschlichter haben Vorbildcharakter und wirken in ihre eigenen Peer-Groups.
5) Lehrer werden im Alltag entlastet.
6) Das soziale Klima an der Schule bessert sich, die Zahl eskalierender und schwerer Konflikte sinkt.

Grenzen der Streitschlichtung:

In den folgenden Fällen ist eine Streitschlichtung nicht sinnvoll:
* starkes Machtgefälle zwischen den Streitenden
* wenn eine Tätergruppe einem Einzelnen gegenübersteht
* bei Mobbing-Hintergründen
* bei schweren Eskalationen des Streits
* bei Übergriffen im Kontext der Sexualität
* bei ernsthaften Straftatbeständen

In diesen Fällen sind andere Maßnahmen zu ergreifen. Bitte SM oder BM informieren, beim Verdacht auf Straftatbestände oder anderweitig als schwerwiegend empfundenen Vorfällen grundsätzlich auch immer die Schulleitung.

 

 

 

 

 

 

Die folgenden Punkte bitte beachten:
* Streitschlichtung ist ein freiwilliges Verfahren. Schüler können nicht gezwungen werden, an einer Streitschlichtung teilzunehmen. Sie können aber angewiesen werden, zumindest zur Streitschlichtung zu gehen. Wenn sie dort aber die Mitarbeit verweigern, ist dies ihr Recht. Sie dürfen dafür keinesfalls sanktioniert werden.
* Streitschlichtung braucht Zeit. Oft wird der Rahmen einer großen Pause nicht ausreichen, um das Streitschlichtungsgespräch abzuschließen. Hier kann sowohl eine Fortführung zu einem anderen Zeitpunkt aber auch ein Schlichten in die Zeit der nächsten Unterrichtsstunde hinein Sinn machen. In dieser Hinsicht hat Streitschlichtung gegebenenfalls auch Auswirkungen in das Unterrichtsgeschehen hinein, was hier gegenüber den Vorteilen der Streitschlichtung zurückzustehen hat. Eine übliche Streitschlichtung liegt aber unter 30min, so dass die Auswirkungen begrenzt sind. Die Streitschlichter werden damit verantwortungsvoll umgehen und das Schlichten wird vorrangig in den Pausenzeiten stattfinden.
* Streitende können sowohl von den Lehrern zur Streitschlichtung geschickt werden, als auch aus eigenem Antrieb oder auf Anraten ihrer Mitschüler die Streitschlichter aufsuchen. Lehrer- wie schülerinitiierte Streitschlichtung braucht unsere Akzeptanz – mögliche Auswirkungen auf den Lernerfolg aller Beteiligten sind dabei natürlich zu beachten.

Organisatorische Aspekte:
Ort: Der Streitschlichter-Raum ist A15a
Zeit: Die Streitschlichter stehen in der ersten großen Pause und nach Absprache für Streitschlichtungen zur Verfügung.
Streitschlichter: Aktuell sind die folgenden Schüler als Streitschlichter ausgebildet:
Aylin Ak
Benedikt Hemme
Clara Tomalla
Felix Mork
Friedtjof Otto
Johanna Naumann
Julia Erbes
Kira Schaffer
Leonie Kühl
Lilly Trappe
Maja Buhr
Melanie Alber
Michelle Sauer
Mirja Hellwinkel