Seminarfachankündigung für das Gymnasium Soltau

Programm 2017 – Abitur 2019

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Liebe Schülerinnen und Schüler,

das Seminarfach erfordert in höherem Maße als der sonstige Unterricht in der Qualifikationsphase selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten. Im Mittelpunkt stehen das Erlernen wissenschaftlicher Denk- und Arbeitsweisen, die Einführung verschiedener Methoden und Arbeitsformen, die eigene Reflexion des Lernprozesses, die Arbeit im Team sowie die Erweiterung und Vertiefung der Kommunikationsfähigkeit. Der Ablauf des Seminarfaches stellt sich wie folgt dar:

 

1. SemesterAnfertigen einer kleinen schriftlichen Hausarbeit als eigenständige, individuelle Leistung;
2. SemesterAnfertigung und Präsentation der Facharbeit;
3. SemesterDurchführung z.B. eines Projekts oder eines Experiments, in der Regel als Gruppenarbeit, mit schriftlicher Dokumentation und Präsentation;
4. Semesterzusammenfassende schriftliche kritische Reflexion der vorangegangenen drei Halbjahre.

 

Die von Ihnen durchzuführende Wahl sollte sich schwerpunktmäßig an den Inhalten der einzelnen Angebote orientieren, da Sie sich zeitweise sehr intensiv mit einem Thema auseinandersetzen werden, Interesse und Neugierde sind die besten Voraussetzungen für das Gelingen des Seminarfaches und insbesondere der Facharbeit. Von einer ausschließlich lehrerorientierten Wahl ist abzuraten.

Nicht abgegebene Wahlzettel können nicht berücksichtigt werden; in diesem Fall werden diese Schülerinnen und Schüler den verbliebenen Plätzen zugeteilt.

 

Für die nächsten zwei Schuljahre wünsche ich Ihnen viel Freude und gutes Gelingen.

Insa Lange – ter Hell, Fachobfrau

 

Seminarfach – Abiturjahrgang 2019___________________________________________  

Seminar Nr. 1

Thema: Keine gewöhnlichen Frauen

Kursleiterin: Insa Lange – ter Hell

 

Kursbeschreibung:

Marguerite Porete, Karoline von Günderrode, Mascha Kaléko, Irmgard Keun; Marie Curie, Rosalind Franklin; Alice Schwarzer, Helene Lange, Rosa Luxemburg, Angela Merkel; Gabrielle „Coco“ Chanel, Leni Riefenstahl, Marlene Dietrich, Elly Beinhorn, Romy Schneider; Anna Freud, Hannah Arendt; Frida Kahlo, Paula Modersohn-Becker, usw.

Das Seminarfach möchte außergewöhnliche Frauen in den Mittelpunkt der Arbeit stellen. Oft kennen wir die Namen dieser – z.T. sehr ambivalenten – Persönlichkeiten, von deren Lebensgeschichten wissen wir jedoch wenig. Dieses Seminarfach ermöglicht die biografische Auseinandersetzung mit individueller Schwerpunktsetzung: schreibende Frauen, forschende Frauen aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen, politische Aktivistinnen, Künstlerinnen, Abenteuerinnen, usw. Jede/r TeilnehmerIn kann sich in diesem Seminarfach einen eigenen Forschungsschwerpunkt für die Fach- und Hausarbeit suchen.

Die im 3. Semester anstehende Projektarbeit ermöglicht den KursteilnehmerInnen, in Kleingruppen zu arbeiten und aktuelle Bezüge zur Rolle der Frau in der Gesellschaft mit Hilfe unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen herzustellen. Die oft einseitige und sexistische Darstellung von Frauen in unterschiedlichen Medien – z.B. Musikvideos, Werbung oder Computerspiele – und die Auswirkungen auf die Betrachter wären als weiterführendes Themenfeld denkbar. Doch auch hier zeigt sich die Gestaltung des Seminarfaches offen für alternative themenbezogene Projekte.

 

Vorausgesetzt werden neben dem Interesse an geschichtlichen Zusammenhängen und deren Auswirkungen auf die Lebenswelt von Frauen die Freude und die Bereitschaft am Lesen. Von den SeminarteilnehmerInnen werden Übungen zur Einführung in wissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen (Wissenschaftspropädeutik) durchgeführt. Im Rahmen der Erstellung einer Facharbeit wird die selbstständige Informationsbeschaffung, -verarbeitung, -bewertung

(z.B. Internet- und Bibliotheksrecherche) sowie eine eigenständige Ergebniserstellung und -präsentation erwartet (Kurzreferate, Protokolle und Präsentationen in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit).

 

 

 

 

Seminarfach – Abiturjahrgang 2019___________________________________________  

Seminar Nr. 2

Thema: Naturwissenschaftliche Phänomene in Garten und Natur

Kursleiter: Dirk von der Wroge

 

Kursbeschreibung:

Im Sommer 1665 fällt Sir Isaac Newton im Garten seiner Eltern ein Apfel auf den Kopf und er entdeckt daraufhin das allgemeine Gravitationsgesetz. So zumindest sagt es die Legende. Gregor Mendel macht seine Entdeckungen ebenfalls im Garten. Bei seinen Züchtungsversuchen entwickelt er die Vererbungsregeln, die noch heute Anwendung finden.

Aber auch wir haben im Garten schon so manche Entdeckung gemacht. Im Winter beobachtet man Vögel im Futterhaus, die wir im Sommer nie sehen und dafür fehlen einige unserer typischen Sommervögel. Will man den Fisch im Teich mit den Händen fangen, so greift man immer daneben. Viele weitere naturwissenschaftliche Phänomene haben wir im Garten bewusst oder unbewusst kennengelernt und erlebt.

In der Schule haben wir mit dem Atrium bei den naturwissenschaftlichen Räumen einen vielfältigen Garten, der uns als Ausgangspunkt dienen soll. Im ersten Semester wollen wir uns der Bedeutung von Gärten, den naturwissenschaftlichen Phänomenen in Gärten und den Wissenschaftlern die in Gärten ihre Entdeckungen machten nähern.

In der Facharbeit soll aus dem komplexen Themenfeldern aus dem „Labor“ Garten ein Thema ausgewählt und angemessen vertieft werden. Bei der Themenwahl kann aus naturwissenschaftlicher, mathematischer, ökologischer, ökonomischer und/oder sozialer Sicht der Garten betrachtet werden. Auch Experimente können ein Teil der Facharbeit sein.

Im dritten Semester soll in Gruppenarbeit ein Projekt erarbeitet werden. Auch hier soll das Atrium ein Ausgangspunkt darstellen. Die Projekte und ihre genaue Ausgestaltung liegen in der Hand der Seminarteilnehmer.

 

Voraussetzungen:

Interesse und Neugier an naturwissenschaftlichen Phänomenen sollte vorhanden sein. Vorkenntnisse (außer dem Grundwissen aus Chemie, Biologie und Physik) sind nicht erforderlich. Wichtig ist die Bereitschaft im Garten (bzw. im Atrium) sich auch die Finger mal „schmutzig“ zu machen.

 

 

Seminarfach – Abiturjahrgang 2019___________________________________________  

Seminar Nr. 3

Thema: Das ARISS-Projekt – Funkkontakt mit der Internationalen Raumstation (ISS)

Kursleiter: Lukas Flötotto

 

Kursbeschreibung:

„Die Errungenschaften der Raumfahrt sind groß, aber das sollten wir nicht als Ausrede dafür nehmen, dass wir uns nicht um unsere Erde kümmern. Im Gegenteil: Die Perspektive der Raumfahrt kann helfen, dass wir uns besser um unsere Erde kümmern. Wenn wir uns der Situation bewusst sind, werden politische Entscheidungen anders getroffen. Ich denke, wenn man alle Teilnehmer eines Klimagipfels mal in die Raumstation fliegen lassen würde, und die von oben sehen könnten, wie viel Amazonas-Regenwald schon weg ist, würden die sich anders zusammenraufen.“ (Alexander Gerst im Gespräch, FAZ, 2.4.2015)

 

Das ARISS-Projekt ist eine Kollaboration eines Konsortiums aus Amateurfunker-organisationen mit den Raumfahrtprogrammen der großen Nationen: NASA, ESA, CSA, JAXA und Rosaviakosmos, bei der es darum geht einen Funkkontakt zwischen der Internationalen Raumstation und einer für den Kontakt ausgesuchten Schule herzustellen.

Im Zentrum dieses Seminarfachs soll die Vorbereitung und bei positivem Ausgang der Bewerbung des Gymnasium Soltau auch die Durchführung dieses Projekts stehen, alternativ ist bei einer Absage seitens ARISS aber auch die Durchführung eines Funkkontakts mit anderen Amateurfunkern möglich.

Im ersten Semester geht es darum, die Grundlagen der beiden Hauptthemen „Funktechnik“ und „Internationale Raumstation“ zu erkunden, welche dann in Form der Hausarbeit vertieft werden können.

Aus den Hausarbeitsthemen können dann individuell Facharbeitsthemen entwickelt werden, grundsätzlich ist hier aber auch eine neue Orientierung möglich (zum Beispiel der andere Hauptbereich). Im Allgemeinen ist sehr breit gefächerte Themenwahl denkbar, da man sich vor allem den Themenbereich ISS natürlich auf naturwissenschaftlicher Basis betrachten kann, aber auch gesellschaftswissenschaftliche Ansätze (Zusammenarbeit der einzelnen Raumfahrtprogramme) sind denkbar. Im Themenbereich Funktechnik ist so zum Beispiel auch eine historische Herangehensweise möglich.

Nach Abschluss der Facharbeit gilt es dann den Kontakt, der voraussichtlich kurz vor oder nach den Sommerferien stattfinden soll, vorzubereiten. Hierzu ist denkbar, dass wir gemeinsam die Amateurfunkerlizenz erwerben.

Im 3. Semester steht dann der Kontakt zur ISS bzw. anderen Hobbyfunkern an, der dann im Anschluss dokumentiert bzw. präsentiert werden soll. Des Weiteren ist als weiteres Projekt die Planung und Durchführung einer Exkursion zu einem der Schwerpunktthemen denkbar.

 

Voraussetzungen:

In erster Linie Interesse an den Hauptthemen Funktechnik und/oder ISS bzw. Raumfahrt im allgemeineren Sinne.

Darüber hinaus die Bereitschaft zum Erwerb der Amateurfunkerlizenz und zur Teilnahme an einer mehrtägigen Exkursion, sowie die Bereitschaft in der Organisation des ARISS-Kontakts mitzuwirken

 

 

 

Seminarfach – Abiturjahrgang 2019___________________________________________  

Seminar Nr. 4

Thema: A Cappella und Chormusik – Theorie und Praxis

Kursleiter: Herr Neumann

 

Kursbeschreibung:

Die menschliche Stimme ist eines der ausdrucksstärksten und vielseitigsten „Instrumente“, die es gibt. Daher steht mit der Stimme erzeugte Musik (Chor- oder A-Cappella-Musik) in diesem Seminar im Fokus.

Das erste Halbjahr besteht vor allem aus historischem und theoretischem Wissen über Chor, A Cappella, Stimme usw. Anhand dieser Themen werden wissenschaftliche Arbeitsweisen sowie Literaturrecherche behandelt.

Im zweiten Halbjahr steht die wissenschaftliche Facharbeit im Mittelpunkt. Neben den theoretischen Aspekten wird auch das Schreiben oder Arrangieren eines A-Cappella-Stückes Teil der Arbeit sein! In der Arbeit wird dann der Erkenntnisweg beschrieben und reflektiert. Vorgaben zu Stücken oder zum Genre gibt es nicht: Egal, ob HipHop, Metal, Klassik… egal, ob großer Chor, kleines Ensemble oder Solo… eure Kreativität ist gefragt!

Im dritten und vierten Halbjahr werden die Arrangements verfeinert und einstudiert. Dabei werdet auch ihr die Rolle des/der Chorleiters/in einnehmen. Im besten Fall werden einige ausgewählte Stücke z.B. auch beim Sommerkonzert aufgeführt. Zudem steht die Reflexion der vorangegangenen Halbjahre auf dem Plan.

Zusammengefasst:

    • Ihr beschäftigt euch u.a. mit historischen, theoretischen und biologischen Aspekten von Stimme bzw. Chor- und A-Cappella-Musik;
  • Ihr schreibt/arrangiert ein eigenes Stück;
  • Ihr und/oder der Chor singen eure ausgewählten Stücke auf der Bühne.Voraussetzungen: Da sich das Seminarfach aus praktischen und theoretischen Teilen zusammensetzt, sind diese zwei Voraussetzungen wichtig:

 

  •  
  • Interesse für und bestenfalls Erfahrung mit Musikpraxis (insbesondere das Singen und Hören von Chor- bzw. A-Cappella-Stücken)
  • Interesse an musiktheoretischen Aspekten sowie gute musiktheoretische Kenntnisse (mehr als nur Notenlesen; aber nicht zwingend Leistungskursniveau)Seminarfach – Abiturjahrgang 2019___________________________________________   Thema: Zukunftsvisionen: Science Fiction → Fiction und ScienceKursbeschreibung: Die Hausarbeit des 1. Semesters soll sich vertiefend mit einem der Themenaspekte der Filme beschäftigen, zu denen sich die Teilnehmenden ein Grundwissen erarbeiten, z.B. Erfor­schung des Weltraums, Begegnung mit dem Unbekannten, Gesellschaft und Stadt der Zukunft, Mobilität, können Roboter ein Ich entwickeln, Virtualität,.Im 3. Semester sollen die Teilnehmenden das in den vorangegangenen Semestern Erarbeitete anwenden und in einer Gruppe eine Projektarbeit (z.B. Kurzfilm, Modell eines Bühnenbildes, Ob­jekte, künstlerische Texte, Experteninterviews) anfertigen, dokumentieren und präsentieren – also eigene Szenari­en entwerfen oder Lösungsansätze zum Entgegenwirken gegen sich ab­zeichnende problemati­sche Tendenzen entwickeln.
  • Das 4. Semester wird für Rückblick, Auswertung und Feedback genutzt. Bei einer „Ideen-Messe“ können beispielsweise die Ergebnisse des Seminarfachs Schülerinnen und Schülern der jüngeren Jahrgänge vorgestellt werden.
  • Im 2. Semester steht die Facharbeit im Zentrum, eine wissenschaftliche Arbeit, in der die Be­schäftigung mit einem Themenbereich erweitert und die Phantasiewelt der Filme realen For­schungsansätzen gegenübergestellt wird. Die Lernenden sollen dabei die im ersten Semes­ter erworbenen Kenntnisse in einen größeren Zusammenhang verschiedener Wahrnehmungs- und Darstellungsformen stellen. Dazu gehört eine vertiefende Beschäftigung mit für unsere Zeit wichtigen Zukunftsfragen verschiedener Bereiche, z.B. Stadt der Zukunft, Mobilitätskonzep­te, gesellschaftliche Entwicklungen, alternde Gesellschaften, wissenschaftlicher Fort­schritt, virtuelle Welten, Nachhaltigkeit, Ressourcenverteilung.
  • Odyssee im Weltraum, Space Suit, letzte Menschen, schwimmende Städte, fliegende Autos – Phantasien über das, was kommen mag, haben die Menschen seit je­her beschäftigt. Daher sollen in diesem Seminarfach zunächst ausgewählte Aspekte einiger Science Fiction-Filme und -Texte betrachtet werden. Sie geben immer auch Auskunft über wichtige Fragen der zugrunde liegenden Gegenwart.
  • Kursleiterin: Sibylle Maurach
  • Seminar Nr. 5

Voraussetzungen: Die Teilnehmenden sollten Interesse an den o.g. Themenbereichen mit­bringen. Sie sollten bereit sein, konstant mitzuarbeiten und einen Bereich besonders kennen zu lernen, den sie aktiv und kritisch bearbeiten. Sie sollten Spaß daran haben, selbst verschiede­ne Lösungsmodelle zu entwickeln – seien es Texte, Filme, künstlerische Mo­delle, ev. in Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen – und deren Wirkung zu reflektieren.

WAHLBOGEN

 

Schüler/Schülerin (Vor- und Nachname):

 

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Nr.Titel / LehrkraftErst-

wahl

Zweit-

wahl

Dritt-

wahl

1Keine gewöhnlichen Frauen

(LA)

 

 

2Naturwissenschaftliche Phänomene in Garten und Natur (vW)

 

3Das ARISS-Projekt – Funkkontakt mit der Internationalen Raumstation (ISS)

(FL)

4A Cappella und Chormusik – Theorie und Praxis

(NM)

 

5Zukunftsvisionen:

Science Fiction → Fiction und Science

(MR)